Pfingstbrief

Liebe Pfadi Morea, unser Präses Mampf hat ein paar warme Pfingstworte an uns gerichtet.

Pfingsten:

Verständigung statt Sprachverwirrung

Für viele von uns ist das Pfi-La eine ideale Abwechslung zum Alltag und eine sinnvolle

Beschäftigung für drei freie Tage. Aber das Pfi-La ist noch mehr. Es ist nämlich die ideale

Umsetzung der Idee, die hinter dem Pfingstfest steht. Das Pfi-La findet am Pfingstfest statt,

das neben Ostern und Weihnachten das dritt wichtigste christliche Fest darstellt. Pfingsten

gilt als Geburtstag der christlichen Kirche. Denn am Pfingstfest finden die Jünger und

Jüngerinnen Jesu den Mut, in die Welt hinauszugehen und von ihrem Glauben an Jesus zu

erzählen.

Der Geist, der Mut macht

Die Bibel, genau gesagt die Apostelgeschichte, erzählt uns, dass die Jünger und Jüngerinnen

aus Angst vor ihrem Mitmenschen sich hinter verschlossenen Tür versteckt haben. Denn sie

fürchteten sich davor, als Anhänger von Jesus von der römischen Besatzungsmacht in Israel

verhaftet und als Verschwörer gegen die römische Herrschaft bestraft zu werden. Plötzlich

sei ein grosses Brausen entstanden, das das ganze Haus gefüllt hätte. Der Geist Gottes hat

die Jünger und Jüngerinnen erfüllt und sie ermutigt, die Türen zu öffnen, hinauszugehen und

ihre Angst zu vergessen. Wenn vom Geist Gottes die Rede ist, dann geht es nicht um „ein

Gespenst“ wie aus einem Fantasy-Film, sondern um eine „Kraft“, die spürbar wird. Wir reden

ja auch vom guten „Geist“, der in einer Gemeinschaft herrsche. Die Kraft Gottes ist nämlich

ein Mut-Macher, der alle Bedenken und Ängste überwindet.

Der Geist, der Verständigung schafft

Es wird weitererzählt, dass die Jünger und Jüngerinnen ermutigt vom Geist Gottes,

hinausgehen und von Jesus erzählen und von allen Menschen verstanden werden. Obwohl

die Zuhörer und Zuhörerinnen aus ganz verschiedenen Ländern stammen und

unterschiedliche Sprachen sprechen. Jetzt werden sich einige von Euch fragen, wie das zu

verstehen ist. Das Wunder besteht nicht darin, dass die Jünger plötzlich die verschiedensten

Sprachen gesprochen hätten, sondern darin, dass die Unterschiede zwischen den

verschiedenen Menschen nicht mehr zählen.

Den Geist der Verständigung leben

Wir Pfadis leben den Geist der Verständigung. Es ist in erster Linie nicht wichtig, ob wir

Christen, Juden, Muslims sind oder gar keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Wichtig ist,

dass wir im Pfli-La immer die Idee der Verständigung gelebt und praktiziert haben. Trotz aller

Unterschiede gehören wir zu einer Gemeinschaft, die trägt: nämlich weil wir allen Menschen

offen, tolerant und liebenswürdig begegnen. Weil wir Respekt haben, helfen wir

Schwächeren und lachen jemanden nicht aus, weil er anders als wir ist. So entsteht eine

Einheit, die die Unterschiede nicht einfach aufhebt. Vielmehr akzeptieren wir die

Unterschiede und freuen uns daran, dass wir aus vielen Kulturen und Ländern stammen und

uns so gegenseitig bereichern und unseren Horizont erweitern.

Nicht ein virtuelles Pfi-La erleben, sondern den Geist des Pfi-Las weitergeben

Leider können wir dieses Jahr nicht gemeinsam ins Pfingstlager fahren. Ein virtuelles

Pfingstlager ist auch kein richtiger Ersatz. Aber wir können aus dem Geist der Verständigung

leben, der im Pfingstlager herrscht. Wie wäre es, wenn Ihr am Pfingstwochenende ganz

bewusst das Pfadigesetz in Eurem Alltag zu Hause umsetzen würdet?

Wie heisst das Pfadigesetz nochmals?

Vorfreude ist die beste Freude

Auf alle Fälle ist es wichtig, dass Ihr nicht mit hängendem Kopf und schlechter Laune durch

die Gegend läuft, weil das Pfi-La ausgefallen ist. Wenn jetzt zwar kein Pfi-La stattfinden kann,

können wir uns ja schon auf das So-La freuen. Sollte das auch ins Wasser fallen — macht

nichts! Wir können uns ja schon auf die nächsten Jahre freuen: auf das Pfi-La 2021, 2022

oder 2023 — Hauptsache: wir freuen uns jetzt schon!

Euer Mampf, Manfred Kulla Diakon und Präses